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Welche Wärmepumpe für mein Haus?

Es gibt drei grundlegende Wärmepumpen-Typen und unzählige Hersteller. Diese Entscheidung hängt nicht vom Preis ab, sondern von vier Faktoren: Aufstellort, Vorlauftemperatur Ihrer Heizung, Schallschutz und Klimaregion. Wir gehen die Faktoren durch und zeigen, was zu Ihrem Haus passt.

Die drei Wärmepumpen-Typen

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Mit Abstand der häufigste Typ in Deutschland — etwa 85 % aller installierten Wärmepumpen. Entzieht der Außenluft Wärme.

  • Investition: 15 000–30 000 € inkl. Installation
  • JAZ: 3,0–4,5 (Klima/Vorlauf-abhängig)
  • Bauform: Monoblock (kompakt außen) oder Split (Außen + Innen)
  • Vorteil: einfache Installation, keine Genehmigung
  • Nachteil: Schall, niedrigere JAZ bei kaltem Wetter

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

Nutzt Erdwärme via Erdsonde (vertikal, 80–150 m tief) oder Flächenkollektoren (horizontal, > 200 m² Garten).

  • Investition: 25 000–40 000 € inkl. Bohrung
  • JAZ: 4,0–5,0 (übers Jahr stabil)
  • Vorteil: höchste Effizienz, kein Schall
  • Nachteil: Genehmigung Untere Wasserbehörde nötig, hohe Erstinvestition, langsamere Amortisation

Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)

Höchste Effizienz, aber stark abhängig von der Grundwassergüte und wasserrechtlicher Genehmigung.

  • Investition: 30 000–45 000 €
  • JAZ: 4,5–5,5
  • Voraussetzung: Grundwasser in 4–15 m Tiefe, behördliche Genehmigung
  • Nachteil: Brunnen sind wartungsintensiver (alle 5 Jahre Reinigung)

Monoblock vs. Split — was ist besser?

Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt es zwei Bauformen: Monoblock(kompakte Außeneinheit mit allem drin) und Split(Außeneinheit + Innenmodul, verbunden mit Kältemittelleitung). Faustregel:

  • Monoblock ist heute Standard: einfacher in der Installation, keine spezielle Kälte-Lizenz nötig, oft mit umweltfreundlichem R290 (Propan) ladbar. Modelle: Viessmann Vitocal 250-A, Bosch CS7400iAW, Stiebel Eltron WPL-A, Daikin Altherma EBLA.
  • Split hat das Innenmodul im Haus — leiser im Garten, dafür Schall und Wärmeabgabe innen. Sinnvoll bei sehr beengten Aufstellorten. Modelle: Daikin Altherma 3, Mitsubishi Ecodan, LG Therma V Split.

R290 (Propan) — der neue Standard

Seit 2024 sind Wärmepumpen mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan) stark im Aufwind: GWP 3 statt R32 mit GWP 675, höhere Vorlauftemperaturen (bis 75 °C möglich), BAFA-Effizienzbonus von 5 %. Wenn die Wärmepumpe nicht eindeutig „R290" ist, lassen Sie sich erklären, warum.

Entscheidungsbaum

Frage 1

Wieviel Platz haben Sie um das Haus?

  • Großer Garten, Brunnen oder geothermische Sonde möglich
    Sole-Wasser oder Wasser-Wasser
  • Kleiner Garten, nur Aufstellfläche für Außeneinheit
    Luft-Wasser Monoblock oder Split
  • Reihenhaus, sehr beengter Aufstellort
    Luft-Wasser Split (Indoor-Hauptmodul)
Frage 2

Ist Schallschutz zum Nachbar wichtig?

  • WR-Gebiet, Nachbarfenster < 5 m
    Modelle mit Silent-Mode + R290 (oft leiser)
  • WA-Gebiet, normale Abstände
    Standard Monoblock reicht
  • Industriegebiet/MD-Mischgebiet
    Praktisch keine Schallproblematik
Frage 3

Wie hoch ist Ihre Vorlauftemperatur?

  • ≤ 35 °C (FBH) oder modernisierte Heizkörper
    Jede WP wird effizient laufen
  • 45–55 °C (Bestand mit ausreichenden Heizkörpern)
    Hochtemperatur-WP wählen, COP-Werte bei W55 prüfen
  • > 55 °C (kleine Heizkörper Bestand)
    Erst Heizkörpertausch ODER Hybrid-Lösung (WP + Gas-Backup)

Wie groß muss die Wärmepumpe sein?

Die Heizleistung der Wärmepumpe sollte der Heizlast Ihres Gebäudes bei Norm-Außentemperatur (typisch −10 bis −16 °C je nach Region) entsprechen. Faustformeln gibt es:

  • Neubau (KfW 55/40): 30–50 W/m². 130 m² → 4–7 kW
  • Gut gedämmter Bestand (nach Modernisierung): 50–80 W/m². 130 m² → 7–10 kW
  • Unsanierter Altbau (vor 1978): 80–140 W/m². 130 m² → 10–18 kW

Faustformeln sind aber gefährlich. Eine genaue Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 spart bei Überdimensionierung oft 2 000–5 000 € Investition, weil eine kleinere Wärmepumpe ausreicht.

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